Runtergeladen

...und trotzdem bezahlt

Was darf ich, und was nicht?

Recht ≠ (gefühlte) Gerechtigkeit

Was die Paragraphen sagen...

§§ 106, 108 UrhG: Vervielfältigung (von Medien) strafbar

  • Strafverfolgung: Üblicherweise nur in groben Fällen / Gewinnerzielung
  • Zivilrecht (Abmahnung) vorherrschend

Privatkopie

  • Nicht aus „offensichtlich nichtlegaler Quelle“
  • Keine Überwindung „technisch wirksamer Sperren“
  • Ca. 7 Kopien im (engeren) Bekanntenkreis

Legale Quelle?

Legale Quelle?

Legale Quelle?

Legale Quelle?

Legale Quelle?

Legale Quelle?

Legale Quelle?

Legale Quelle?

Legale Quelle?

Legale Quelle?

Wird schon nichts passieren...?

Wie werde ich erkannt?

IP-Adresse: Eindeutiges Kennzeichen
Daten werden in „Stückchen“ (Pakete) übertragen

Falsche Adresse angeben
funktioniert also nicht

Wer sieht was?

Filehoster (Rapidshare, Mediafire, etc.)

  • Server sieht IP-Adresse des Downloaders

P2P-Netze (Bittorrent, etc.)

  • Idee: Jeder hilft jedem
  • Wer schon einen Teil der Datei hat, bietet ihn den anderen an
  • Deshalb: Jeder Downloader kennt jeden anderen Downloader

Bei P2P sieht jeder jeden

Typische P2P-Ermittlung

  • Anwalt ermittelt IP-Adresse und Uhrzeit
  • Anforderung „Providerauskunft“ bei Gericht
  • Anfrage beim Provider, wer zur der Zeit die IP-Adresse hatte
Risiko?
  • 2012: Ca. 25.000.000 DSL-Anschlüsse (Quelle: DSLWEB Breitband-Report)
  • 2011: Ca. 218.500 Filesharing-Abmahnungen (Quelle: Initiative gg. Abmahnwahn)
  • Angenommen, die Hälfte aller DSL-Anschlüsse betriebe Filesharing: „Trefferquote“ etwa so hoch wie drei Richtige im Lotto (1:56)

Auf gekaufter Musik steht Dein Name!

  • Anfangs: Kopierschutz auf Musik
  • Problem: Nur spezielle Abspielgeräte
  • Heute: „DRM-freie“ Musik... aber: Häufig Wasserzeichen
  • Unhörbar wird der Name des Kunden in die Dateien eingebettet

Beispiel: Bilder (Orginal)

Beispiel: Bilder (mit Wasserzeichen)

Unterschied der Versionen

„Kauft CDs, unterstützt eure Künstler!“

Musik machen kostet Geld...

  • Instrument erlernen: Dauert Ewigkeiten...
  • Zeit für Proben, Schreiben von Stücken, etc.
  • Instrumente
  • Technik (Mikros, Verstärker, etc.)
  • Miete Band-Raum
  • Studiozeit (für professionelle Aufnahmen)

Vom Amateur zum Profi:

  • Typischerweise „Freiberufler”
  • Versicherungen (Krankenversicherung, etc.)
  • Rücklagen, wenn das Geschäft nicht läuft

CD-Verkauf: Wer verdient wieviel

Daten aus c't 12/2004; vergleichbare Werte von 2009. Quellenlage dünn und widersprüchlich.

Womit verdienen Musiker Geld

Daten aus Studie NW University School of Laws (2013)

Recht ≠ (gefühlte) Gerechtigkeit

Vermarktung über Musik-Labels

Plattenvertrag

  • Band-Übernahmevertrag: Vermarktung eines Werkes
  • Künstlervertrag: Vertrag über eine gewisse Anzahl Alben / bestimmte Zeit

Typisch (je nach Vertragsinhalt): Künstler tritt Verwertungsrechte an Label ab. Label kümmert sich im Gegenzug um...

  • Produktion des Albums (Studio, Fotograf, Cover, Herstellung)
  • Vertrieb (Großhandel, Einzelhandel)
  • Werbung (auch Platzierung im Radio, etc.)
  • Vermittlung von Auftritten, Tour-Organisation

Labels - ein überholtes Konzept?

Strukturen stammen - wortwörtlich - aus dem letzten Jahrtausend

  • Technik war sündhaft teuer
  • Studiozeit (Technik plus Tontechniker) kostete tausende pro Tag
  • Tonträgerproduktion mußte vorfinanziert werden (große Auflagen, um rentabel zu sein)

Aber: Voraussetzungen sind heute nicht mehr gegeben

Neue Möglichkeiten durch Internet
und moderne Technik

Service der Labes in einzelnen Teilen

Neue Technik ermöglicht es, sich von der Bindung an „große Labels“ zu lösen - und neue Verkaufskonzepte

  • Verkauf durch Download, On-Demand-Pressung, Kleinserien
  • Werbung auf eigener Webseite, Mundpropaganda („virales Marketing“), ...
  • Vermarktung durch Netlabels und Netz-Musik-Magazine
  • Neue Bezahl- und Verkaufsmodelle:
    • Kostenloste Probe-Downloads
    • Pay what you want
    • „Verschenken“ unter Creative Commons

„Next-Generation“-Labels

Junge Firmen, die einen Teil des Services übernehmen - am Beispiel von CD Baby.

  • Verkauf und Logistik von CDs (eigene Seite, Amazon, ...)
  • Verkauf von Downloads (eigene Seite, iTunes, Amazon, ...)
  • Platzierung bei Spotify, ...
  • Sync Licensing: Abhandeln von Lizenzen, wenn die Musik in Filmen, Werbespots, etc. verwendet werden soll
  • Produktion von CDs (Brennen/Pressen)

Typisch: Fixe (oft einmalige) Verwaltungspauschale; beliebige Stückelung der Dienstleistung; hoher Anteil geht an Künstler

„Next-Generation“-Labels

...am Beispiel von Bandcamp:

  • Verkauf von Downloads (eigene Seite)
  • Verkauf von CDs/Vinyl (eigene Seite)
  • Basisdienst behält 10-15% des Umsatzes ein; Premium-Dienst zusätzlich 10$/Monat
  • Unterstützt „pay what you want“
  • Unterstützt Creative-Commons-Lizenzen

Ähnliche Dienste: Magnatune, Jamendo, ...

Creative - what?

Hack' das Urheberrecht :-) Idee eines Lizenzbaukastens:

  • Erlaub der Weitergabe
  • Zwang, die Quelle zu nennen
  • Verbot kommerzieller Nutzung
  • Verbot, abgeleitete Werke zu schaffen
  • Zwang zur Weitergabe unter gleichen Lizenzbedingungen

CC als Werbemaßnahme

Wieso sollte jemand seine Musik verschenken?

  • Ent-Kriminalisierung der Fans (Weitergabe kaum zu verhindern)
  • Weitergabe ist Mundpropaganda („virales Marketing“)
  • Verbot kommerzieller Nutzung möglich

Verdienstmöglichkeiten

  • Fans bezahlen trotzdem bei „pay what you want“
  • Verkauf von Fanartikeln, CDs, etc.
  • Werbemedium für eigene Konzerte, ...
  • Für Verwendung im Radio, Werbung, etc.: Verhandlung über Bezahlung

Netlabels

Netzmusik gibt es viel... wo finde ich „gute“ Musik?

Musikblogs und Netlabels! Sind so etwas ähnliches wie...

  • Musikredaktion
  • Werbeplattform
  • Ersteller von Samples
  • Mitunter auch Distribution (Download-Möglichkeit)

...oft für bestimmte Musikrichtungen o.ä.

Jamendo

Musikportal für Creative-Commons-Musik. Vermittelt Lizenzen zum Künstler.

Bandcamp

„Rundum-Service-Portal“ für Bands. Verkauf von Musik, unterstützt Pay-what-you-want und Creative Commons. Musik online anhörbar.

CC Mixter

Portal für Creative-Commons-Musiktracks. Will zum Remixen und Weiterverarbeiten anregen.

FrostClick

Musikblog mit Fundstücken rund um aus dem Netz legal herunterladbare Musik. Kurze Beschreibung plus Link zur Musik.

blocsonic

Netlabel für Creative-Commons-Musik. Schreibt Artikel über Neuvorstellungen und stellt Download zur Verfügung. Stellt „Best-Of“-Samplers zusammen.

EardrumsPop

Netlabel (mit angeschlossenem Musikblog, veröffentlicht Musik von Künstlern (wie ein Label). Bis dato alles kostenlose Downloads, aber nicht immer Creative Commons.

Digital Diamonds

Netlabel, das Creative-Commons-Musikalben verlegt.

Brennnessel

Netlabel für Electronic Dance Music, Creative-Commons.

Bad Panda Records

Creative-Commons-Netlabel, welches jeden Montag ein neues Musikstück (oder EP) veröffentlicht.

Peppermill Records

Netlabel, das verschiedenste EPs publiziert. Freie Downloads, nicht unbedingt Creative Commons.

Kazoomzoom

Netlabel speziell für Kinder und Jugendliche. Creative-Commons-Musik und weiteres Material (Bastelanleitungen, Videos, Hörbücher, ...)

...Du bist 'dran!

Bitte keine illegalen Downloads - es ist nicht nötig

Creative Commons: Runterladen und Weitergeben ok

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  • Schau' Dir die Vertriebsseite an, wieviel der Künstler verdient
  • Überlege Dir bei „pay what you want“, eine Kleinigkeit „über den Zaun zu werfen“
  • In wieweit solche Ideen überleben, hängt vom Mitmachen ab

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